Die Sauerkirsche soll am Barbaratag blühen Foto: Uta Richter

Barbarazweig ins Haus holen

An Heiligabend schon den Frühling feiern – das ist eigentlich eine etwas spezielle Vorstellung. Doch das Gedenken an eine christliche Märtyrerin ist mit einer kleinen Botschaft vom Lenz verbunden. Am 4. Dezember dem Gedenktag an die heilige Barbara holen wir uns Zweige von Obstbäumen ins Haus, stellen diese in eine Vase und hoffen darauf, dass sich an Heiligabend Blüten zeigen. In der Regel sind es Zweige von Kirschbäumen, die am Barbaratag geschnitten werden. Es eignen sich allerdings ebenso Haselnuss oder Holunder, Apfel oder Pflaume sowie die Birke oder die Forsythie.

Barbarazweig ins Haus holen

Mancherorts glaubt man daran, dass es Glück für das neue Jahr bringt, wenn die Zweige zum Fest blühen. Der erste Nachweis, in dem der Brauch erwähnt wird, stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Eine kluge, junge und sehr schöne Frau

Die aus Nikomedia (heute Gebiet in der Türkei) stammende Barbara soll außergewöhnlich schön und intelligent gewesen sein. Die über die Jahrhunderte hinweg überlieferte Legende besagt, dass sich die im dritten Jahrhundert lebende junge Frau gegen den Willen ihres Vaters zum Christentum bekannte. Dieser – wahrscheinlich ein wohlhabender Kaufmann ­– war darüber so erzürnt, dass er sein eigenes Kind richtete.

Was es mit dem abgebrochenen Zweig auf sich hat

Bevor Barbara von ihrem Vater getötet wurde, soll sie auf dem Weg ins Gefängnis mit ihrem Kleid an einem Zweig hängen geblieben sein. Sie nahm ihn mit und stellte ihn in ein mit Wasser gefülltes Glas. Am 24. Dezember – dem Tag ihres Todes – soll der Zweig Blüten getragen haben.

Am Barbaratag · Gedicht von Josef Guggenmos

Geh in den Garten
Am Barbaratag
Gehe zum kahlen
Kirschbaum und sag:

Kurz ist der Tag
Grau ist die Zeit.
Der Winter beginnt,
der Frühling ist weit.

Doch in drei Wochen,
da wird es geschehen:
Wir feiern ein Fest,
wie der Frühling so schön.

Baum, einen Zweig
Gib Du mir von dir,
ist er auch kahl,
ich nehm ihn mit mir.

Und er wird blühen
In selber Pracht
Mitten im Winter
In der heiligen Nacht.

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